Es geht los: 2015

Mein Rucksack ist gepackt und alles andere organisiert – es kann losgehen, ich fahre um 5:00 Uhr los zum Flughafen Hahn. Dort wird mein Auto die nächsten vier Wochen stehen.

Ich gebe meinen Rucksack auf da ich ihn ausgemessen habe und er größer ist als Ryanair für Bordgepäck erlaubt. Seltsamerweise haben andere Mitfliegende ihre Rucksäcke dabei, die sogar noch größer sind, da klappt es…

Abflug pünktlich, im Flieger ist es kalt! Wir kommen 15 Minuten früher in Santander an, ich versuche einen früheren Bus zu bekommen, am Schalter geht das aber nicht, da ich mein Ticket online über Paypal bezahlt habe. Ich müsste jetzt online das Ticket stornieren und könnte dann ein neues Ticket kaufen. Das ist mir alles zu aufwendig, und ich habe mal wieder was gelernt, gut überlegen, ehe man etwas mit Paypal bezahlt, vor allem wenn es um Fahrkarten geht.

Ich habe ja Zeit, also sitze ich an der Promenade und beobachte Leute, was ich sehr gerne mache. Hier in Santander ist es wunderbar warm.

Um 15.30 Uhr geht der Bus vom Busbahnhof in Santander ab nach Burgos. Das Busunternehmen Alsa ist bekannt in Spanien, das Reisen sehr bequem im Liegesessel, ein super Fahrer, es geht hoch in die Berge.

Ich weiß vom letzten Jahr, wie ich meine 1.Herberge finde und laufe in Burgos direkt los zur Kathedrale und dann den Berg hoch, direkt dahinter liegt die „Albergue Municipal de Peregrinos de Burgos“, in der 6. Etage habe ich ein Bett unten, über mir schläft Jürgen, den ich noch nicht kenne, den ich aber immer wieder treffe,  er hat eine sehr minimalistische Ausrüstung.

Am nächsten Morgen sitzen wir in der Bar gegenüber der Herberge und trinken einen „Americano“, einen Kaffee schwarz ohne alles, so wie ich ihn gerne trinke. Es donnert und fängt an zu schütten wie verrückt, ich bin mutlos, wünsche mir so sehr schöneres Wetter… aber Jürgen und Toni gehen los und ich dackele hinterher, „nur“ im Regenanorak. Schon bald ist meine Hose bis zum Oberschenkel durchnässt. Ich lasse die beiden ziehen, gehe in eine Bar und hole mein Regencape aus dem Rucksack, ich muss mich komplett neu anziehen und das dauert, als ich nach draußen komme bin ich fast alleine, wo sind die anderen Peregrinos? Die sind sicher in Burgos geblieben bis sich das Wetter bessert…

Also – ich bin schon nass, mehr geht eigentlich nicht. In einer Bar am Weg frage ich nach einem Bus, man sagt mir, der nächste Bus würde um 17.30 Uhr fahren, das geht nicht, es ist gerade mal 11.00 Uhr, was soll ich die ganze Zeit in dem Kaff machen? Ich laufe weiter, gehe in die nächste Bar und frage nach einem Taxi. Die Dame hinter dem Tresen schaut mich mitleidig an, nein Madame, ein Taxi ist für Sie viel zu teuer, sagt sie auf Spanisch… ich glaube jedenfalls dass sie das sagt. Sie telefoniert mit dem Taxiunternehmen und erklärt mir dann, dass ein Taxi von Burgos rauskommen muss um mich in die nächste Stadt zu bringen und dann auch wieder nach Burgos zurückfahren muss, das kostet 60 Euro – sie hat recht, es ist mir zu teuer.

Hallo – das ist ein Zeichen, mein Weg gestaltet sich halt jetzt mal nass aber warum gleich wieder so mutlos aufgeben wollen? Typisch für mich, wenns schwierig wird neige ich dazu aufzugeben! Nix da – ich laufe weiter, wo ich schon mal nass bin und treffe Toni wieder, er hat Jürgen verloren und es regnet weiterhin in Strömen. Wir laufen bis Hornillos del Camino

Es geht los in Burgos