Rabanal > Molinaseca

In Rabanal habe ich mich mit Toni verabredet und er ist nicht daaaa, ich bekomme richtige Panik, wo ist er? Ist er ohne mich weitergegangen? Er ist mir ein lieber, fürsorglicher Pilgergefährte geworden, durch die vielen Gespräche aber auch durch langes Schweigen bekommt man einen tiefen Einblick in die Seele des Anderen. Man kommt sich sehr nahe, auch durch die Übernachtungen und durch das Teilen des Badezimmers. Trotzdem wird diese Nähe nie überschritten, ich will meine Ruhe haben und Toni auch, uns gehts gut dabei!

Also, ich bin in Rabanal aber Toni? Mein Handy ist wieder mal leer, in einer schönen Herberge trinke ich eine Cola und lade mein Handy auf. Dann kommt ein Anruf von Toni, er hat gewartet, ich bin nicht gekommen, also ist er weitergelaufen. Ich bin sauer, sage aber nichts, frage ihn wo er jetzt ist und sage ihm er soll dort stehenbleiben, ich laufe los… wir wollten doch zusammen die 5 km bis Foncebadon gehen. Es geht bergauf und ich schnaufe – aber – siehe da – die Ibu wirkt, mein Bein macht mit! Nach einer halben Stunde treffe ich Toni und freue mich sehr, ihn zu sehen, hoffentlich gehts ihm auch so! Wir gehen gemeinsam nach oben, finden eine sehr nette Herberge, suchen uns Betten, waschen unsere Sachen. Am Abend gibt es für 9 Euro ein sehr leckeres Menü mit Wurst, Käse und Humus zur Vorspeise, einer wundervollen Gemüsepaella zur Hauptspeise und Obst oder Eis zum Dessert, herrlich!

Toni und ich singen gerne, eine Kostprobe gibts hier…

Am nächsten Morgen wird wieder früh geraschelt und dann kann man nicht liegenbleiben, nix da – hoch den Hintern – meinem Bein gehts prima und weiter gehts! Aufstieg zum Cruz de Ferro, dort gibts Fototime und Tränen.

Ich hatte ja einen Stein aus meinem Vorgarten eingepackt und suche ihn panisch – ich finde ihn nicht. Was solls, nehme ich ihn halt wieder mit heim!

Weiter gehts, jetzt mal bergab, Pause!

Und dann kommt Manjarin, dort wohnt der letzte Tempelritter, der uns gegen eine Spende einen Nescafe anbietet. Dieser ist so stark dass ich augenblicklich Herzprobleme bekomme und zur Ablenkung ein wenig fotografiere…

Von nun an geht’s bergab… nach Molinaseca

Wir übernachten in einem kleinen Hotel unter dem Dach, duschen erst mal ausgiebig, waschen unsere Hosen und hängen sie aus dem Dachfenster zum Trocknen, herrlich!

Von Molinaseca gehts nach Ponferrada