Es geht los: 2014

Abfahrt in Frankfurt um 9.01 Uhr, zwischen der Ankunft in Paris (12.50 Uhr) und der Abfahrt im anderen Bahnhof (14.28 Uhr) hatte ich genügend Zeit für den Wechsel des Bahnhofs, dachte ich… aber die Bahn hatte Verspätung und kam erst um 13.30 Uhr in Paris an. Jetzt musste ich mich schon ranhalten, ich wollte auf keinen Fall meinen Anschluss verpassen.

Die Metro Nr. 4 fährt vom Gare de l’Est zum Gare de Montparnasse – die Endstation der Metro war mir bekannt unter „Porte d’Orleans“ aber der Name hat sich geändert, jetzt muss man schauen nach „Mairie de Montrouge“. Die Endstation ist wichtig zu wissen, damit man weiß in welche Richtung man fahren muss, immerhin geht es ja in jedem Metrobahnhof in zwei Richtungen. Der Fahrkartenkauf war superleicht, da man den Automaten in deutscher Sprache bedienen kann, die einfache Fahrt kostet 1,70 €.

In der Metro bietet mir ein kleines, schwarzes Mädchen einen Platz an – süß – ich lächele mit ihr. Nein, ich habe einen weiten Weg vor mir und ich bin ab sofort kein Weichei, ich muss in der Metro nicht sitzen!

Im Bahnhof Montparnasse muss man ganz nach oben, dorthin, wo die „großen“ Züge fahren. Ich schaue nach der Richtung Bayonne und wundere mich, dass ich diese Richtung nicht finde. Ich erfahre, dass Bayonne keine Endstation ist, dass ich nach dem Zug in Richtung Hendaye schauen muss, der fährt über Bayonne. Ich finde meine Bahn, sie ist sehr sehr lang, es sind zwei Züge aneinandergekoppelt, mein Wagen ist der erste nach der Lok – mein Rucksack drückt, das kann ja gut werden!

Die Fahrt verläuft mit sehr wenig Haltestellen, man fährt mit ca. 250 km/h quer durch Frankreich und ich würde gerne überall aussteigen und mir die Gegend anschauen. Ich habe keine Lust mehr zum Lesen, schaue aus dem Fenster und mache mir Sorgen.

Schaffe ich, was ich mir vorgenommen habe? Schon während den kurzen Distanzen, die ich heute mit Rucksack gelaufen bin, hatte ich Probleme an den Schulterblättern, das Ding hat gedrückt und mich nach hinten ins Kreuz gezogen, da muss sehr wahrscheinlich mal richtig justiert werden, ich kenne mich (noch) nicht so gut aus.

Werde ich Menschen treffen, die auf meiner Wellenlänge sind?

Werden dass die einsamsten zwei Wochen meines Lebens?

Was erwartet mich?

Ich glaube, dass jeder Pilger, der zum ersten Mal auf dem Weg ist, sich über diese Fragen sorgt und ich weiß ziemlich genau, dass ich in 2 Wochen schlauer sein werde!

In Bayonne angekommen gehe ich direkt zu meinem Hotel, das gegenüber dem Bahnhof liegt. Ich wäre gerne direkt weiter nach SJPdP gefahren aber der letzte Zug ist schon weg. Also – Hotel – und dann meine erste Pizza seit Jahren direkt um die Ecke – lecker!

Am nächsten Morgen gehe ich zeitig los, da ich nicht weiß wie schwierig es ist, eine Fahrkarte zu kaufen. In der Tat, es erweist sich als schwierig! Die Automaten sind nicht einfach zu bedienen und man kann nur mit Karte zahlen. Glücklicherweise habe ich eine EC-Karte und es funktioniert einwandfrei. Eine nette junge Französin hilft mir dabei, den Automaten zu bedienen, sonst hätte ich wahrscheinlich meinen Zug verpasst – wer denkt sich solche Automatenprogramme aus?

Aber ich sitze glücklich im Zug, fahre eine Weile und dann müssen alle Insassen in einen Bus umsteigen, weil an den Bahngleisen gearbeitet wird.

Hier gehts los!